Der Bauhausstil ist einer der wichtigsten, erfolgreichsten und bekanntesten Stile Deutschlands für das 20. Jahrhundert. Gegründet wurde das Bauhaus als Kunst- und Architekturschule 1919 von Walter Gropius. Dazu führte er in Weimar die Kunsthochschule und die Kunstgewerbeschule mit einer Architekturabteilung zusammen. Das Bauhaus war geboren und existierte bis 1926 als staatliche Schule. In der Doppelhaushälfte wurde der Bauhausstil gelebt und unterrichtet. Die Vertreter des Bauhaus hatten das Ziel, alle Künste zu einer idealen Einheit zu verbinden. Es war nicht nur ein neuer Stil gefragt, sondern auch ein neuer Typ des Künstlers, der sich im Bauhaus in Weimar entwickeln sollte. Pädagogik, Kunst und Handwerk mussten hier Hand in Hand gehen, um die neuen Ziele und Visionen zu erreichen.
Das Bauhaus begann, Kunst und Technik miteinander zu vereinen und erschuf diverse Designs, die bald für die Massenproduktion kopiert wurden. Walter Gropius wollte für die Schüler des Bauhauses immer vor allem eins erreichen: zurück zum Handwerk. Dabei entstanden Designvorstellungen, die nicht nur damals revolutionär waren, sondern auch heute noch Architektur, Kunst und Designs der verschiedensten Bereiche stark beeinflussen.
Der Stil
Formschön, praktisch und vollkommen schnörkellos: das kennzeichnet den Bauhausstil und macht ihn so einzigartig. Die Verbindung von Kunst und Technik brachte Designs hervor, die zuvor nie gesehen waren, die sich durch geradlinige Schnitte und klare Formen auszeichnete. Bauhausmöbel sind praktisch, einfach und dennoch speziell designt. Das Bauhaus führte die Architektur in die Moderne. Hier dachte der Künstler schon von Anfang an an die industrielle Produktion. Praktisch und zur Massenproduktion geeignet und dabei immer interdisziplinären künstlerischen Ansprüchen gerecht werdend: das sind einige wichtige Grundsätze des Bauhaus. Diese praktische Verbindung von Kunst und Industrie war zu Beginn des 20. Jahrhunderts revolutionär. Weimar zog mit seiner Bauhausschule angehende Künstler und Architekten aus aller Welt an. Hier traf sich die Kunst-Avantgarde von damals und schuf Formen, die auch heute noch innovativ und modern sind. Schlichte Eleganz, viele rechte Winkel und für den praktischen Gebrauch geeignet – diese Aspekte machen Möbel wie Gebäude aus der Epoche des Bauhaus aus und darauf ist man in Weimar noch immer stolz.
Die heutigen restlichen Immobilien aus dem Zeitalter sind meist zu mächtigen Doppelhaushälfte ausgebaut worden.
Die Auswirkungen des Stils
1933 löste sich das Bauhaus als Folge der nationalsozialistischen Kulturpolitik auf. Die Ideen und Designs aber blieben bestehen und verbreiteten sich in unterschiedliche Länder. Die Einfachheit und Schnörkellosigkeit der Designs geben den im Bauhausstil gefertigten Stücken ein zeitloses Gesicht. Daher sind sie noch immer topaktuell und beeinflussen auch heute noch viele Designer. Ob im Bereich Architektur, Inneneinrichtung oder Bekleidung: das Bauhaus fand Eingang in die unterschiedlichsten Bereiche und überzeugte gerade auf Grund seiner klaren Struktur, die modernes Design verkörpert. Das prächtigste Gebäude, eine Doppelhaushälfte in Weimar, ist nach wie vor die Kunstschule in Weimar.
Vertreter des Bauhaus, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus Deutschland flüchteten, wirkten zu großen Teilen sogar als Dozenten etwa an amerikanischen Universitäten. Das trug wesentlich zur stärkeren Verbreitung dieses unverkennbaren Stils bei.