1919 wurde das Staatliche Bauhaus in Weimar gegründet. 1925 zog die Kunstakademie schließlich nach Dessau um. Das Gebäude entstand nach den Plänen des Bauhausgründers Walter Gropius. In der Nähe der Akademie ließ Walter Gropius die so genannten Meisterhäuser bauen. Diese wurden als Unterkünfte für die Professoren genutzt und waren gleichzeitig Musterhäuser für modernes Wohnen.
Die Unterkunft der Bauhausmeister
Die Meisterhäuser wurden auf der Ebertallee 65–71in Dessau erbaut. Zu ihnen zählten ein Einzelhaus, das Walter Gropius bewohnte und drei Doppelhäuser, die sich die Lehrer des Bauhauses teilten. Die Bauhausmeister Moholy-Nagy und Feininger, Muche und Schlemmer sowie Klee und Kandinsky teilten sich jeweils ein Doppelhaus. Die Grundrisse der drei Doppelhäuser waren identisch. Dabei war die eine Seite der Doppelhäuser jeweils das um fast 90 Grad gedrehte Spiegelbild der anderen. Die Gebäude gehörten der Stadt Dessau. Die Bauhausmeister wohnten dort zur Miete.
Die Bauhausmerkmale der Meisterhäuser
Die Meisterhäuser wurden nicht nur als Unterkunft für die Lehrer, sondern auch als Vorzeigemuster für die Schüler genutzt. Aus diesem Grund wurden die Häuser mit zahlreichen typischen Merkmalen der Bauhaukunst ausgestattet. Sie besitzen große Fenster, ein Flachdach und ausschließlich geradlinige Formen. Die unterschiedlichen Flächen der Meisterhäuser sind alle sehr groß und einfarbig. Sie besitzen eine sehr moderne Optik. Von fast jedem Raum führt eine Tür nach draußen.
Die Meisterhäuser stehen unter Denkmalschutz
Das von Gropius bewohnte Einzelhaus sowie die Doppelhaushälfte von Moholy-Nagy wurden 1945 durch Bombardierungen zerstört. In den 50er Jahren wurde aus dem Fundament ein neues Gebäude im Bauhausstil errichtet. Die Haushälfte, das Moholy-Nagy bewohnte, wurde abgetragen, so dass das das Meisterhaus Feininger nun alleine steht. 1990 wurden die noch bestehenden Häuser aufwendig restauriert. Die Häuser wurden unter Denkmalschutz gestellt. Seit 1995 wird darüber diskutiert, ob das Einzelhaus und die zerstörte Doppelhaushälfte rekonstruiert werden soll. Die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz informiert auf ihrer Internetseite ausführlich über die Hintergründe der Debatte. Die Gegner dieser Idee sehen eine Rekonstruierung als Geldverschwendung an, die Befürworter weisen darauf hin, dass die Meisterhäuser ein „Aushängeschild der Bauhausbewegung“ sind.
Bild: Harald909 CC-BY-SA 3.0
Ähnliche Artikel:
